Chronik des Vereins

Fröhlicher Feierabend Schrollbach

Wenn sogenannte Stammtischler und Thekensteher tagen, sind der Fantasie meist keine Grenzen gesetzt. Doch von Gespinsten bis hin zu realer Verwirklichung bedarf es des Zusammentreffens mehrerer Komponente.
Den Faktoren Wille und Schaffenskraft gebühren in diesem Zusammenhang wohl höchste Priorität.

Die Idee, einen Stammtisch-Club zu gründen, entstand zwischen Weihnachten und Neujahr 1978 im Gasthaus „Schloßstube“, damalige Pächter: Familie Leppermann. Traditionspflege, so hieß es, wolle man betreiben.
Da durch Umbau der Veranstaltungsräume (Saal Morgenstern, Saal Barth) Mitte bis Ende der Siebziger Jahre das vergnügliche Leben stagnierte, fiel diese Idee auch auf fruchtbaren Boden. In der Gründungsversammlung am 2.März 1979 (Personen siehe *) wurde die Zielsetzung des Vereins bekanntgegeben (siehe **). Und in Anlehnung auf das damalige Beiblatt in der Rheinpfalz, „Feierowend“, einigte man sich auf den Namen: Verein Fröhlicher Feierabend.

Erstmals trat man am 24.März 1979 mit der Winterverbrennung in Erscheinung. Eine überdimensionale Stroh-puppe, Zeichen des leidigen Winters, ging, nach Dorfumgang mit dem Fanfarenzug Kusel, in Flammen auf. Premiere auch für das Schrollbacher Lied: „Solang’ die Mohrbach noch fließt…“ wird an diesem Abend der Öffentlichkeit presentiert.

In der 1.Hauptversammlung am 6.April 1979 wählten die anwesenden 19 Mitglieder (von mittlerweile dreißig) Herrn Horst Milwa zum Vorsitzenden.

1.Mai 1979. Wetter: regnerisch, Temperatur: 5o Grad. Erstmals nach über 40 Jahren erlebt Schrollbach wieder eine Maifeier. Trotz der widrigen Umstände läßt sich die Bevölkerung dieses Ereignis auf dem Anwesen zum heutigen Dorfkrug nicht entgehen. Die Werkvolkkapelle Kirchmohr umrahmt die Veranstaltung musikalisch. Mit Spielen und einem Malwettbewerb (Sieger: Stefan Strasser, Niedermohr) ist für die Kurzweil der Kinder gesorgt. Seit damals gehört der 1.Mai wieder fest zum Programm des dörflichen Geschehens.

Am 1.Februar 1980 wird Bernhard Schmitt zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er sollte dieses Amt 15 Jahre behalten. Mit dem Gemischten Chor, dem Landfrauenverein und dem Feierabendverein nimmt 1980 erstmals eine Schrollbacher Gruppierung am Westricher Fastnachtsumzug teil. Wenngleich dieser Teilnahme bis heute das Attribut der Einmaligkeit bleibt, so ist doch die daraus entstandene Verbundenheit mit den Ortsvereinen ein Eckpfeiler der Dorfgemeinschaft.

„Losse doch die „Kerb“ im Dorf. Mit diesem Satz sei ein Kapitel eingeleitet, das seinensgleichen sucht. Obwohl der Beginn dieser Epoche unter ungünstigen Sternen stand – niemand der Bürger wird die Brandnacht vom 16. auf 17.August 1980 vergessen, als das Anwesen Ohliger völlig zerstört wurde – hat der Verein durch seine Brauchtumspflege diese Veranstaltung zu der Kerwe schlechthin werden lassen. Auf diesem Wege sei nochmals den Familien Fritz und Rudi Schmitt gedankt, die durch Zuverfügungstellung ihres Anwesens in den Jahren 1980 bis 1983 dem Verein einen kontinuierlichen Auf- und Ausbau dieses Festes ermöglichten. Dank auch Herrn Alois Jung, der sich als Beigeordneter der Ortsgemeinde darum bemühte, daß Schausteller wieder den Weg nach Schrollbach fanden. Im Frühjahr 1983 trieb Herr Jung auch die Planierung des jetztigen Bolzplatzes voran. Der Verein beteiligte sich nicht nur an den notwendigen Arbeiten sondern auch in finanzieller Hinsicht. Die Ballfangzäune und Abgrenzungen entstanden so in Regie des VFF. Unter der organisatorischen Leitung des Vereins wurde mit einem Kinderspielfest im Sommer 1983 der Bolzplatz eingeweiht.

Als im Frühjahr des Jahres 1984 Herr Ludwig Kurz starb, war der Verein aus Pietätgründen gezwungen, sich nach einer anderen Örtlichkeit zur Durchführung der Kerwe umzusehen. Die Wahl fiel, in Abstimmung mit dem damaligen Gemeinderat unter Ortsbürgermeister Gregor Stein, auf den Bolzplatz. Seither ist dieses Domizil zum Inbegriff für jährlich tausende Besucher geworden.

1988 erweiterte man dieses Gelände durch Ankauf und Aufbau von Holzgeräten zu einem Spielplatz. Im Rahmen eines Dorf-Fußballturnieres und Kinderspielfestes wurde der Spielplatz am 4.Septemer 1988 offiziell der Gemeinde übergeben.

Pfingsten 1990. In Zusammenarbeit mit dem Schrollbacher Künstler Konrad Schmitt bereicherte man mit der Durchführung des Kunst-und Töpfermarktes die Westricher Kulturszene. Nahezu viertausend Besucher, darunter auch Landrat Tartter, waren von der Vielfalt der Presentationen begeistert. Auch die aus allen Landesteilen angereisten Aussteller zeigten sich ob dieses Besuches sehr angetan. Und so wurde beschlossen, diesen Markt alle zwei Jahre zu wiederholen. Nach 1992 hätte turnusgemäß 1994 die Veranstaltung wieder angestanden. Mit Rücksicht auf die 575-Jahr-Feier wurde diese jedoch in 1995 verlegt.

Der Verein „Fröhlicher Feierabend“ Schrollbach hat sich auch auf dem Gebiet des sozialen Zusammenlebens Meriten erworben. So hatte man, solange das St.Paulus-Stift von Ordensschwestern geleitet wurde, alljährlich die „Kranken Kinder“ an Nikolaus-Abend beschenkt. Man hat sich durch Spendenzuweisungen in nicht unerheblichem Maße am Entstehen und Bestehen der Original-Krobshohler Musikanten beteiligt. Auch die Schützenabteilung sowie die Ortsgemeinde konnten durch den persönlichen Einsatz der Mitglieder des VFF finanziell unterstützt werden.

Seit 27.Januar 1995 führt Herr Patrick Hamm den Verein. 65 Mitglieder gehörten zu diesem Datum dem Verein an. Nach 15 Jahren seines Bestehens ist der Verein fest in die Dorfgemeinschaft integriert. Im Verbund mit den Ortsvereinen werden seit 1991 die jährlich wiederkehrenden Feste gemeinsam veranstaltet. Von Seiten des Bürgers hat man erkannt und anerkannt, daß mit der Existenz des Vereins „Fröhlicher Feierabend“ das Dorfleben lebenswerter geworden ist.

Einheimische Bürger
Kerchner Franz, Kerchner Annemarie, Lamparth Günter, Lamparth Irmgard, Bottin Gerhard
Blügel Hubert, Blügel Thea, Meier Georg, Bessler Fritz, Schmitt Theo, Schmitt Doris, Schmitt
Bernhard, Schmitt Gerlinde, Kutien Manfred, Kutien Gisela, Schmitt Ludwig, Schmitt Agnes,
Milwa Horst, Milwa Heidi, Leppermann Karl-Heinz, Leppermann Doris, Mohorko Emil

Auswärtige Personen Engel Hans-Joachim, Ludes Werner, Ludes Anita, Schliedermann Dieter, Kutien Karl-Heinz, Rosenbusch Siegfried, Rosenbusch Heidi, Rosinus Günter, Rosinus Gabi

Sinn und Zweck des Vereins
– Aktive Förderung der örtlichen Gemeinschaft
– Gesunderhaltung durch Frohsinn
– Erhaltung kultureller Überlieferungen

 

von Bernhard Schmitt

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